Projekt-Tage in der Regenbogenschule

 

Anlässlich der bevorstehenden Eröffnung der documenta in Kassel führte die Regenbogenschule vom 6. bis 8. Juni 2017 Projekt-Tage für die Bereiche Kunst und Musik durch. 

In allen Klassen arbeiteten die Schülerinnen und Schüler an Aktivitäten zu künstlerischen und musischen Inhalten. Es entstanden viele interessante Produkte, die teilweise in der Schule verbleiben und dort für eine Verschönerung des Schulgebäudes oder des Außengeländes sorgen. So entstand zum Beispiel im Schulgarten ein Barfußpfad. Das kreative Arbeiten hat den Kindern viel Freude gemacht und die Schule an drei Tagen in eine große Werkstatt „verwandelt“.

Eine Auswahl der Projekte in den Klassen wird hier dargestellt:

 

Klasse 4c (Frau Waldert): 

Kunstbetrachtung und praktisches Arbeiten zu den Künstlern Gerhard Richter und Robin Rhode

 

Gerhard Richter: 25 Colours und Glasfenster im Kölner Dom

 

Der bedeutende deutsche Künstler Gerhard Richter befasst sich in seinem Werk 25 Colours mit verschieden farbigen, kleinen quadratischen Farbflächen und dem Spiel mit dem Zufall in ihrer Anordnung von 5x5 zu einem großen Quadrat, den 25 Colours. 

Die Kinder im Jahrgang 4 erprobten in einer eigenen künstlerischen Praxisphase, ähnlich wie Gerhard Richter, verschiedene Möglichkeiten von selbst erdachten Zufallsverfahren und gestalteten in Partnerarbeit daraus Bilder aus 25 Colours, die für das Zufallsexperiment vereinfacht aus bunten Faltpapieren aufgeklebt wurden. Aus dieser Arbeit heraus gewannen die Kinder wichtige Erkenntnisse zu Möglichkeiten der eigenen Arbeitsweise und ihrer Bildwirkung. 

 

Diese dienten als Grundlage für die Weiterarbeit in Anlehnung an Gerhard Richters Glasfenster im Kölner Dom. Dieses Kunstwerk diente als Vorbild für die Gestaltung der Treppenhausfenster im Schulgebäude mit verschieden farbigen quadratischen Farbflächen, die in Anwendung der Zufallsverfahren mit Transparentpapier umgesetzt wurden. Ähnlich wie im Kölner Dom erscheint nun das Treppenhaus der Regenbogenschule in einer Aura aus bunten Lichtreflexionen, die wunderbare Farbstimmungen im Schulgebäude verbreiten.

 

Die 25 Colours-Bilder wurden wiederum in einer Anordnung aus vier im Quadrat wie bei Gerhard Richters Ausstellung zu 100 Colours zusammengefügt und im Flur ausgestellt.

 

                                         25 colours

 

Robin Rhode: Interaktion mit Kreidezeichnung und Fotografie

 

Der südafrikanische Streetart-Aktionskünstler Robin Rhode bringt Zeichnungen mit Kreide oder Sprühfarbe auf Wandflächen oder Böden und inszeniert sich selbst dazu, indem er mit der Zeichnung interagiert. So will er beispielsweise ein auf die Hauswand gezeichnetes Fahrrad besteigen oder wegschieben. Diese Interaktion wird als Foto festgehalten, so dass ein Bild aus der Handlung für den Betrachter entsteht. In Südafrika stehen sich Reichtum und Armut oft gegenüber. Viele Kinder und Jugendliche besitzen dort kein Fahrrad. Über die Interaktion mit der Zeichnung kann sich der Künstler etwas erfüllen, wie den Besitz eines Fahrrads, Dinge entstehen lassen oder in Bewegung bringen und sich selbst z.B. als großer Basketballer oder Skateboarder darstellen, was er in Wirklichkeit gar nicht ist. Die Kinder im Jahrgang 4 haben das nachgemacht und auf dem Schulhof Kreidezeichnungen aufgetragen und sich dazu inszeniert. Ayhan Yildiz 4c: „Wir haben uns in die richtige Position zur Zeichnung auf den Boden gelegt. Die Lehrerinnen haben sich auf eine Leiter gestellt und uns von oben fotografiert.“ Die Kunstaktion hat viel Spaß gemacht, weil die Zeichnung reichlich Möglichkeiten bietet, sich in Gruppen oder immer wieder anders dazu zu inszenieren.

 

Buchgeschichte: Werkstatt der Schmetterlinge von Gioconda Belli

 

Die Klasse 4c half einen Tag lang in der Schmetterlingswerkstatt der Bilderbuchgeschichte aus und erfand unzählige neue Schmetterlinge, die anschließend alle im Flur ausgeflogen sind und an den Wänden saßen.

 

Klasse 3a (Frau Inga Oberste-Berghaus): Laubsägearbeiten


Inspiriert durch eine Bildbetrachtung des Künstlers Joan Miró ("Karneval des Harlekins") zeichneten die Schülerinnen und Schüler zunächst die Umrisse ihres "Fantasiewesens" auf Papier.


Die Kinder sollten:
- nicht zu schmale Stellen zeichnen (diese brechen beim
  Aussägen leicht ab)

- möglichst eine große Zeichnung entwerfen, um später wenig
  Holz zu verschwenden.


Jeweils der beste Entwurf wurde auf Sperrholz übertragen.
Das Aussägen sowie das Schleifen der Figuren bereitete den Kindern viel Freude und neue Erfahrungen.
Abschließend wurden die Fantasiewesen mit Abtönfarben in den Grundfarben sowie schwarz und weiß bemalt.
Wie bei Miró kann sich jeder Betrachter seine eigene Vorstellungen über die Wesen machen.

Alles ist denkbar - Kunst ist frei.

 

 

Klassen 3b und 3d (Frau Gassmann-Ochs, Frau Blackert)

Kunstobjekte aus Naturmaterialien

 

Die Kinder der Klassen 3b und 3d fertigten aus Naturmaterialien Kunstobjekte an. Am ersten Tag gab einen Ausflug in den Wald. Dort wurden ein Waldsofa und Zwergenhäuser an Baumstämmen gebaut. Danach wurde Bastelmaterial gesammelt, welches in den folgenden Tagen "verbastelt" wurde. Es entstanden Webrahmen aus Zweigen, bunte Steine und aus Kiefernzapfen entstanden bunte Vögel. 

 

 

Klasse 3c (Frau Motzkus-Gier)

Ein Barfußpfad entsteht

 

Nachdem die Idee geboren war, ging es los mit der Planung, dem Ausmessen und dem Abstecken.

Am ersten Tag bewältigte eine Gruppe die schweren Erdbewegungen, das Fundament musste ja ausgehoben werden, die andere Gruppe begab sich auf die Suche nach passenden Materialien.

Am zweiten Tag wurden trotz Regen die Feinarbeiten gemacht, Boden geglättet, Folie ausgelegt und Holzbalken gesägt und hingelegt.

Am dritten Tag war es soweit: Die Felder konnten mit Sand, Steinen, Kies, Rindenmulch, Tannenzapfen, Moos, Stöckern und Erde befüllt werden!

Und zum Schluss kam dann der Test und alle waren sehr stolz und zufrieden!!

 

 

Jahrgang 2 (Frau Schubert, Frau Wagner, Frau Kilinski)

Musik-Projekt

 

Die Kinder des Jahrgangs 2 haben sich mit dem Bereich Musik beschäftigt. Es wurden Regenstäbe hergestellt und ein Trommel-Workshop durchgeführt.

Die Kinder der Klasse 2b haben einen Bericht über die Projekttage verfasst:

 

Wir haben eine Projektwoche zum Thema Musik gemacht.

In der Zeit haben wir einen Regenmacher gebaut. Dafür hat uns Frau Wagner eine Papprolle gegeben. Und dann brauchten wir noch: einen Hammer, 50 Nägel und einen Bleistift.

Mit dem Bleistift haben wir ungefähr 50 Punkte auf die Papprolle gemacht und da haben wir dann am nächsten Tag in der Lernwerkstatt die Nägel rein gehämmert. Das hat riesigen Spaß gemacht.

Und dann brauchten wir noch 2 Deckel und was zum Füllen. Wir haben Reis, Erbsen, weiße Bohnen und Linsen genommen.

Am letzten Tag haben wir unseren Regenmacher noch bunt angemalt. Alle Regenmacher sind toll geworden.

Aber wir haben nicht nur gebaut, sondern auch ganz viel Musik gemacht. Wir haben einen Trommelworkshop gemacht. Die Frau heißt Angela Leikel, aber wir durften Angela sagen. Angela ist total nett und cool. Wir haben Trommeln und andere Musikinstrumente gespielt, z.B. Rasseln oder eine Glocke. Frau Wagner und Mark haben eine große Trommel mit riesigen Schlägern genommen und den Rhythmus gemacht. Wir mussten auf die große Trommel hören. Das war gar nicht so einfach. Aber es hat Spaß gemacht.

Wir fanden die Projektwoche super-toll!

 

Von Celine, Sophia, Sophie und Sebastian Klasse 2b

 

 

Klassen 1b und 1c (Frau Neurath, Frau Tegethoff)

Skulpturen

 

Die Kinder der Klassen 1b und 1c haben Skulpturen hergestellt. Am ersten Tag haben die Kinder Zeitungspapier zu vielen Kugeln geknüllt und versucht, damit Tierkörper zu formen. Zerschnittene Eierkartons wurden als Ohren oder Schnäbel genutzt. Mit Klebeband haben die Kinder alles  zusammengeklebt. Das war gar nicht so einfach. Einige Kinder haben Katzen gestaltet, es gab aber auch Drachen, Pinguine, Schildkröten und eine Krake. Am zweiten Tag haben die Kinder Zeitungspapier in Schnipsel gerissen. Anschließend wurden die Schnipsel mit viel Kleister an den Figuren festgeklebt. Das war eine Sauerei! Den meisten Kindern hat es aber auch viel Spaß gemacht. Zum Schluss haben alle Kinder eine Schicht Küchenpapier festgeklebt. Wer schnell fertig war, hat den anderen Kindern aus der Klasse geholfen. Nachdem alles gut getrocknet war, haben die Kinder die Figuren nach Lust und Laune angemalt.

 

Klasse 1a (Frau Asmuth und Eltern der 1a)
Die Klassen 1a, 1d und die Vorklasse haben am ersten Tag der Projektwoche die Documenta in Kassel besucht, um sich auf das Thema Kunst einzustimmen. Auf einer gemütlichen Wanderung durch die Aue Richtung Innenstadt konnten auf Schritt und Tritt Außenkunstwerke der aktuellen und auch vergangener Documenta-Austellungen betrachtet und bestaunt werden. 
Das Highlight unseres Rundgangs war der Parthenon der verbotenen Bücher. Die Kinder waren begeistert von diesem Anblick: 
Wie groß ! Wie schön ! Wir er in der Sonne funkelt ! Ich will etwas von einem Buch lesen...
Das Kunstwerk rief aber auch großes Erstaunen unter den Erstklässlern, die ja frisch Lesen gelernt haben und darauf sooo stolz sind, hervor: 
Bücher werden verboten ? 
Aber Lesen ist doch gut !?!
An den beiden folgenden Tagen der Projektwoche haben die Kinder an offenen Angeboten im Klassenraum, Kunstraum und auf der Wiese gearbeitet. Dank Unterstützung zahlreicher Eltern sind viele tolle Kunstwerke entstanden: ein Klassenbaum aus Handabrücken, Schattenfiguren, Wasserpistolenbilder, übergroße bunte Vögel, Strohhalmsonnen, eine Murmelbahn und Gipsbilder. 
Es waren tolle Projekttage und die kleinen Künstlerinnen und Künstler habe diese kreative Zeit sehr genossen !